Heiner Marburger – „Mein Ziel: Gestaltend Grundlagen schaffen, um Internationalität zu professionalisieren“

Einstieg: 2007 als Praktikant und 2008 als Qualitätsplaner

Heutige Position: Organisationsentwickler

Beschreiben Sie Ihren Werdegang bei Weber.
Meinen Einstieg bei Weber fand ich zunächst als Praktikant in den Abteilungen Qualitätsmanagement und Weber Production System (WPS). Im Anschluss an die Praktikantenzeit habe ich meine Diplomarbeit im WPS-Bereich mit dem Fokus auf die Einführung von Kanban-Systemen geschrieben.

Danach gab es die Option als Qualitätsplaner den Berufseinstieg bei Weber zu gestalten. In dieser Funktion betreute ich anspruchsvolle Projekte für u.a. mehrere Kinematik-Baugruppen des 5er BMWs für den späteren Serienproduktionsstandort in Polen. Zudem betreute ich internationale, englischsprachige Projekte bspw. für Instrumenten-Cluster (Tachoanzeigen) für einen französischen OEM. In dieser Zeit konnte ich reichhaltige technologische und ablauforganisatorische Erfahrungen im Projekt- und Produktionsumfeld sammeln, sowie vielfache Kunden- und Lieferantenbesuche wahrnehmen. Neben unseren originären Produktionskompetenzen, wie bspw. Kunststoff-Spritzgießen, Montage, Schweißen, Prägen und Bedrucken, lernte ich weitere Technologien, wie bspw. unsere Lackieranlage an unserem Standort in Polen oder auch Verchromungsprozesse unserer Lieferanten kennen.

Nach etwa 3 Jahren durfte ich die Gruppenleitung Qualitätsplanung und damit Führungsverantwortung übernehmen und verantwortete mit meinem Team qualitätsseitig das Projektgeschäft, die Prüfmittelüberwachung und die Abwicklung der Schadteilbefundung für Gewährleistungsumfänge. Weiter erstreckte sich die Aufgabe zudem auf die Begleitung diverser Kunden-, Lieferanten und Zertifizierungsaudits.

Etwa 2 Jahre später übernahm ich zudem die stellvertretende Leitung Qualitätsmanagement. In diesem Zeitraum kamen Aufgaben, wie bspw. Vertragsprüfungen und -verhandlungen mit Kunden, internes Reporting an das Management und die standortübergreifende Vereinheitlichung von QM-Geschäftsprozessen hinzu. Im Anschluss traf ich den Entschluss, an dem Aufbau der unternehmerischen Tätigkeiten von Weber in China mitzuwirken.

Wie wurden Sie für Ihren Aufenthalt und Ihre Aufgaben in China fit gemacht?
Unter anderem wurde ein interkulturelles Training veranstaltet und es gab das Angebot eines Sprachunterrichtes. Geholfen hat zudem der aktive Austausch mit Kollegen, welche bereits längere Zeit Chinaerfahrung hatten.

Wie sahen Ihre Aufgaben in dieser Zeit (in China) aus?
Weber hatte zum damaligen Zeitpunkt die Aufgabe, neu akquirierte Projekte von Kinematik-Baugruppen zu projektieren und zu lokalisieren. Zudem wurde ein neues Werk errichtet und später auch erweitert. Weiterhin sollte ein tiefenlokalisierter Standort entstehen, welcher neben der Serienproduktion ebenfalls Entwicklungsleistungen und Projektmanagement anbieten kann.

Ebenfalls mussten bspw. HR-Prozesse, Rechnungswesen sowie Logistik-, Einkaufs- und Lieferantenprozesse aufgebaut werden.

Anfänglich gehörte es zu meinen Hauptaufgaben, die Wissensvermittlung über alle Bereiche ins Werk zu koordinieren und eine angemessene Integration in die Weber-Gruppe sicherzustellen. Zudem betreute ich Aufgaben, wie den Green-Field Werksaufbau zu unterstützen, die Kapazitäts-, Investitionsplanung und Personalplanung des Standortes zu begleiten und den Standort auf Zertifizierungs- und Kunden-Audits vorzubereiten. Weiter musste die Produktionsbereitschaft des Werkes hergestellt und der Serienanlauf sichergestellt werden. Zu dieser Zeit pendelte ich zwischen Europa und China.

Später war ich für 1,5 Jahre lokal in Suzhou angestellt und begleitete zudem u.a. die Einarbeitungsphase unseres General Managers am Standort, die Personalauswahl, den Aufbau und die Festigung der Abläufe in der Serienproduktion, das Shopfloor-Management sowie den Aufbau des KPI-Systems und die Berichterstattung an das Management, die Reifegradüberwachung der lokalen Neu-Projekte und teilweise die Lieferantenauswahl und Qualifikation. Ferner realisierte ich in dieser Zeit diverse Sonderprojekte.

Wie schätzen Sie die Zeit im Ausland rückblickend ein?
Persönlich wie fachlich war dies eine sehr bereichernde Erfahrung, welche ich nicht missen möchte. Zudem konnte ich meine Fähigkeiten mit Stäbchen zu Essen deutlich erweitern.

Wie geht es für Sie nun in Deutschland weiter?
Seit der Rückkehr aus China habe ich die Rolle des Organisationsentwicklers für die Weber Gruppe übernommen. In dieser Funktion koordiniere und begleite ich die Gestaltung der Geschäftsprozesse für alle Standorte durch die jeweiligen Prozessverantwortlichen. Ferner betreue ich strategische Projekte und Aufgaben.

Gibt es Erfahrungen, die Sie nun in Ihren Arbeitsalltag einfließen lassen können?
Aufgrund der globalen und bereichsübergreifenden Ausrichtung meiner aktuellen Rolle kann ich Erfahrungen aus allen Stationen meines bisherigen beruflichen Werdegangs einfließen lassen. Zudem ist es in meiner derzeitigen Rolle sehr hilfreich, ein breites Netzwerk innerhalb der Unternehmens-Gruppe aufgebaut zu haben.

Was möchten Sie in Zukunft noch in und mit dem Unternehmen erreichen?
In der Rolle des Organisationsentwicklers möchte ich unter anderem gestaltend Grundlagen schaffen, damit künftige Erweiterungen betreffend neuer Standorte effizienter gelingen können.

Welchen Tipp können Sie jemandem mitgeben, der auch einen längeren beruflichen Aufenthalt im Ausland plant?
Sicher ist es hilfreich, die Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes gewissenhaft anzugehen und die Kontakte daheim aufrecht zu erhalten, beruflich wie privat. Weiterhin sollte die Vorbereitung der Rückkehr stets im Auge behalten werden. Daneben denke ich, dass es wichtig ist, sich während eines Auslandsaufenthaltes nicht entmutigen zu lassen und auch wenn nicht immer alles auf Anhieb klappt – dran bleiben!